Tag 21-3

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Rechts geht es ab von der Straße auf eine Sandstraße, die zum Camp führt. Schöne Lichterformationen sind in den hohen Felsen rechts und links zu sehen. Dicht an dicht stehen die Fahrzeuge vor dem Eingang des Camps. Ein Passat des „grünen Teams“ hat sich im Sand festgefahren. Ein Geländewagen eines anderen Teams kommt zur Hilfe, zieht kurz, einige Rallyefahrer schieben, und schon kann sich der VW wieder aus eigener Kraft fortbewegen. Das Ziel-Tor ist wieder frei und auch wir Turborostigen haben es geschafft. Zu diesem Zeitpunkt liegen – seit dem Start in Oberstaufen am 7. Mai – fast 8.000 gefahrene Kilometer hinter uns.

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Die Kehlen sind staubig und ausgetrocknet. Ein kühles Zielankunftsbier, das haben wir uns jetzt verdient – Prost! Dann wird die Lage erkundet. Durch einen Gang aus trockenen Palmwedeln gelangt man in das Camp. Links sind gleich die sanitären Anlagen. Etwas weiter hinten die Schlafzelte. Rechts befinden sich Terrassen, ein Rondell für Aufführungen oder zum Tanzen, und das Essenszelt. Bei den Männern kommt schönes heißes Wasser aus der Dusche. Bei den Frauen ist einmal der Brausekopf abmontiert, und in der anderen fehlt der Knopf für das Warmwasser, sodass nur kaltes Wasser aus der Leitung kommt. Macht nichts. Hauptsache nass.

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Frisch geduscht treffen wir uns im Essenszelt. Später geht es zur Siegerehrung, die Wilfried und sein OK-Team vornimmt. Zuvor sehen wir noch einen Film, ein Zusammenschnitt der Rallyehöhepunkte der vergangenen drei Wochen, den Manuel aus seinen und den Videos von Nadir zusammengeschnitten hat. Ja, es war eine ereignisreiche Tour mit vielen Eindrücken und Erfahrungen. Den ersten Platz hat das Team „Sterne des Morgenlandes“ gewonnen. Teammitglied Joe Finsterle kommt auf dem ersten Preis in die Runde geritten, auf einem wahrhaftigen Kamel. Es ist Usus, dass die Gewinner ihren Hauptgewinn an eine Beduinenfamilie spenden. Auch wir freuen uns über unseren Erfolg. Uta und Andreas, Phillip und Simon sowie Sigrid und Florian sind gesund und wohlbehalten im Ziel im Wadi Rum in Jordanien angekommen. Die drei Sterne Jupiter, Merkur und Venus ebenfalls. Das Ergebnis: Team turborostig erreicht einen tollen vierten Platz. (Alle Teams, die ihr Roadbook abgegeben haben und nicht auf dem Treppchen landeten, erreichten einen vierten Platz). Alle Autos und auch Motorräder der Rallyeteilnehmer verbleiben in Jordanien. Der Erlös aus deren Verkauf soll einem guten Zweck zukommen. Das offizielle Ende der Rallye ist allerdings erst übermorgen.

Da bemerkt Sigrid plötzlich, dass ihre blaue Tasche fehlt, sie kann das Ganze nicht genießen. Die Tasche mit meiner Fotokamera ist ihr im Essenszelt abhanden gekommen. Alle sind mittlerweile informiert. Keiner weiß etwas, keiner hat etwas gesehen. Eine Anzeige bei der Polizei bedeutet viele Umstände. Mit der gestohlenen Kamera fehlen uns leider auch Fotos und Videos der vergangenen Tage. Die anderen stoßen derweil auf den vierten Platz an. Die Vorfälle heute im Laufe des Tages trüben den Blick auf Jordanien. Sigrid und ich ziehen uns ins Zelt zum Schlafen zurück, die anderen Vier schlafen im Auto.

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